Chorgeschichte
Die Gründung
Vor mehr als 25 Jahren wurde in Horw ein Jugendchor ins Leben gerufen, der Spiritual Chor Horw. Auslöser war die Verabschiedung von Pfarrer Ernst Heller, der damals in Horw als Vikar gearbeitet hatte. Über 40 junge Horwerinnen und Horwer liessen sich für diese einmalige Feier begeistern und schon bald war klar, dass es nicht bei diesem einmaligen Auftritt bleiben wird. In der folgenden Zeit wurden in regelmässigen Proben Spirituals und Gospels, aber auch Musical-Songs einstudiert und aufgeführt. Nach einigen Dirigentenwechseln kam es im Sommer 1992 zu einem Unterbruch. Ein ganzes Jahr lang wurde nicht mehr geprobt, der Chor brach auseinander, nicht aber der Vorstand. Intensiv wurde nach einem geeigneten Chorleiter gesucht.
Der neue Chorleiter
Erst ein Jahr später konnte Ueli Reinhard als Dirigent gewonnen werden. Es begann eine schwierige Wiederaufbauphase, welche von starkem Wechsel unter den Sängerinnen und Sängern geprägt war. Das erste Konzert unter der neuen Leitung im Frühling 1995 bedeutete das Ende dieser Phase. Mit 19 Mitgliedern und einer ad-hoc-Band wurde ein neues Programm in Horw präsentiert.
Seit diesem Zeitpunkt ist der Chor sukzessive gewachsen und zählt heute knapp 80 erwachsene Sängerinnen und Sänger aus Horw und Umgebung. Seit 1997 singt der Gospel Chor unter seinem neuen Namen „Gospelchor Feel the Spirit“
Die Ziele
Der Chor studiert jährlich ein neues Programm ein, welches gegen Ende des Jahres – in der Hochsaison der Gospelformationen – mit einer Band vorgestellt wird. Der Chor sieht sich als Teil der aktiven Kulturszene. Er organisiert eigene Konzerte und nimmt weitere kirchliche und weltliche Engagements entgegen. In regelmässigen Proben strebt der Chor eine hohe musikalische Qualität an. Die Freude an der Musik, aber auch das gemeinsame musikalische und gesellschaftliche Erlebnis steht im Zentrum.
Nebst der Pflege der Gospels und Spirituals ist es das Bestreben des Chorleiters, sich musikalisch stets weiter zu entwickeln. Dadurch kommen auch Werke zur Aufführung, welche nicht direkt der Gospelmusik zuzuordnen aber dennoch mit diesem Stil verwandt sind. 1998 wurde beispielsweise die südamerikanische Messe „Misa Criolla“ von Ariel Ramirez aufgeführt.
Die ersten Erfolge
Ein Höhepunkt in der Geschichte des Chores bildet die CD-Aufnahme „you are the light“, welche 1999 unter professionellen Bedingungen aufgenommen und in der Pfarrkirche in Horw getauft wurde.
Neben den Konzerten stellt sich der Chor immer wieder neuen Herausforderungen. Am Kantonalen Gesangsfest 2002 durften erstmals Gospelchöre teilnehmen. Der Chor packte diese Chance. Die fachkundige Jury bewertete den Auftritt mit der Bestnote "vorzüglich".
Der zweistündige Auftritt auf der Hauptbühne der Expo 02 in Yverdon zählt ebenfalls zu den Highlights des Chors.
Im Projekt „up’n’down“ im Herbst des gleichen Jahres wurde das Konzert im Rahmen einer fiktiven Fernsehshow aufgezeichnet. Die musikalische Reise quer durch das 20. Jahrhundert wurde mit Kleidern aus den verschiedenen Zeitabschnitten und mit einer fulminanten Lichtshow sichtbar gemacht.
Das erste "Open Air"
Mit „Gospel meets summer“ vom September 2005 zeigte der Chor erneut Mut zum Neuen und setzte bewusst einen Kontrast zu den immer wiederkehrenden Konzerten in der Kirche. An einem der schönsten Sommerwochenenden des Jahres wurde der neue Gemeindehausplatz zu einem Konzertsaal umfunktioniert. An drei Abenden begegneten sich im extra für dieses Projekt aufgebauten Zelt Gospelsongs und Lieder rund um das Thema Sommer. Mehr als 1100 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten das Grossprojekt, welches dank der Unterstützung vieler Firmen, Geschäfte und der Gemeinde Horw ermöglicht wurde.
Neue Gospels
Seit 2006 nimmt der Chor vermehrt Lieder aus dem Bereich des modernen Gospels in sein Programm auf. Der sog. Contemporary Gospel zeichnet sich vor allem durch seine eingängigen Melodien aus, welche der Pop-Musik verwandt sind. Trotzdem fehlt dieser Art von Musik nicht der notwendige Tiefgang, der den Gospelgesang auszeichnet.
Im Programm „Open the eyes…“ wurden moderne Gospels kombiniert mit Stücken aus dem Jazz-Oratorium „Eversmiling liberty“. Das Konzept lebte von den Gegensätzen Spannung – Entspannung und Freude – Trauer.
Im Juni 2007 präsentierte der Chor nach kurzer intensiver Probezeit das gesamte Jazz-Oratorium „Eversmiling liberty“. Die Band wurde gemäss Originalbesetzung mit einem Bläsersatz erweitert. Die Geschichte um Judas Maccabaeus, welche geprägt ist von Sieg und Niederlage, konnte im Programmheft in geraffter Form mitverfolgt werden. Die Aufführungen in Horw und Luzern begeisterten das Publikum. Der Chor und seine Solistinnen und Solisten betrat mit diesem Werk musikalisch gesehen ein anderes Terrain. Umso grösser war die Freude über das grosse positive Echo.
Im gleichen Jahr durfte das traditionelle Konzert im November und Dezember nicht fehlen. Mit dem Titel „Come let us sing“ wurden die Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher mehrmals selber zum Mitsingen animiert. Die dabei entstandene Stimmung in den bis auf die letzten Plätze gefüllten Kirchen in Horw und Kriens war einmalig. Das Lied „Here I am to worship“ sang der Chorleiter Ueli Reinhard speziell für seinen am 26.11. geborenen Sohn Andreas. Dadurch erhielt das Konzert eine ganz persönliche Note, welche das Publikum besonders bewegt hatte.
Ein weiterer Höhepunkt
Am 8. Juni 2008 stand der Chor vor einer erneuten Herausforderung. Er wagte die Reise nach Weinfelden an das Schweizerische Gesangsfest. Mit den Liedern „Born for us“ und „Glory be to God on high“ stellte er sich der Jury. Mit grosser Spannung erwartete der Chor am Abend des Sonntags zusammen mit Hunderten von anderen Sängerinnen und Sängern auf die Bekanntgabe der Chöre, welche mit vorzüglich ausgezeichnet wurden. Die Freude war riesig, als der Name „Feel the Spirit“ aus den Boxen erklang.
In ausgelassener Stimmung (ähnlich der gleichzeitig stattfindenden Euro 08) feierte der Chor auf der Heimreise im Car den Erfolg in ohrenbetäubenden Gesängen.
Das Konzert am Ende des Jahres trug den Titel „Voices“ – Stimmen. Zum ersten Mal präsentierte der Chor im ersten Teil des Programmes ausschliesslich A-Cappella-Lieder. Im zweiten Teil wurde der Chor traditionsgemäss von Piano, Bass und Schlagzeug begleitet. Und – nach ein paar Jahren Pause – sang der Chor ganz zur Freude des Publikums als Zugabe wieder einmal den wohl bekanntesten Gospel: Oh happy day!
Ein Wunsch geht in Erfüllung
Im Chorjahr 2009 zeigte sich der Chor einmal mehr innovativ. Ueli Reinhard fand in „Hope has come“ ein Werk, welches sich für eine Aufführung mit klassischem Orchester eignet. Mit dem Orchester „Camerata Musica“ aus Luzern konnte ein professionelles Orchester gewonnen werden, welches mit seinen Streicher-, Oboen-, Flöten- und Trompetenstimmen ein völlig neues Klangerlebnis ermöglichte. Die vertonte Weihnachtsgeschichte „Hope has come“ ist im Stile des Contemporary Gospels komponiert. Die eingängigen Melodien für Chor und Solisten erfüllten die Kirchen von Horw und Kriens. Besonders eindrücklich waren die Momente, als der Chorleiter das Publikum zum Mitsingen animieren konnte. Mit der Verpflichtung des Orchesters „Camerata Musica“ ging ein lang ersehnter Wunsch des Dirigenten in Erfüllung. Konnte ein solches Projekt noch gesteigert werden?
KKL – Wir kommen!
Wer hätte gedacht, dass der „Gospelchor Feel the Spirit“ je einmal auf der grossen KKL-Bühne, im weltbekannten Salle Blanche, auftreten würde?
Dieser Traum wurde am 30. Oktober 2010 Wirklichkeit. Zusammen mit der Feldmusik Hochdorf realisierte der Gospelchor ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Gospel Night“. Während mehreren Monaten wurde dieses Projekt vorbereitet und aufgegleist. Das Konzert bestand aus 3 Teilen. Die Eröffnung war dem Chor vorbehalten. Mit dem A-Cappella-Stück „There is no other name“ beschallten die Stimmen der 80 Sängerinnen und Sänger das ausverkaufte KKL. 1500 Personen hörten gespannt zu. Mit Band und dem traditionellen Stück „Amen“ endete der 1. Teil. Mit Begeisterung sang das Publikum mit. Im Anschluss liessen die Musikantinnen und Musikanten der Feldmusik Hochdorf unter der Leitung von André Koller vor allem traditionelle Spirituals und Gospels zum Leben erwecken. Nach einer Pause folgte dann der Höhepunkt des Abends: Beide Formationen betraten gemeinsam die Bühne. Die von Ueli Reinhard ausgewählten und von Stephan Hodel speziell für das Projekt arrangierten Gospels liessen die Herzen höher schlagen. Abwechselnd gaben sich die Dirigenten den Stab in die Hand. Mit grossem technischem Aufwand gelang es unserem langjährigen Tontechniker Tom Lüthi, einen optimalen Klangausgleich zwischen Chor und Blasorchester zu erzeugen. Eine nicht ganz einfache Aufgabe.
Das einmalige Konzert mit über 140 Aufführenden endete mit Standing Ovation. Ein unvergesslicher Moment.
Mit über 900 Besucherinnen und Besucher wurde die „Gospel Night“ mit grossem Erfolg ein zweites Mal in der Kirche St. Michael in Hochdorf aufgeführt. Die Nähe zum Publikum machte auch dieses Konzert zu einem eindrücklichen Erlebnis.
Das dritte und letzte Konzert des Jahres präsentierte der Chor traditionsgemäss in der kath. Pfarrkirche in Horw. A-Cappella und mit Band. Ein ereignisreiches und emotionales Chorjahr ging damit am Heimatort des Vereins zu Ende.
Feel the Spirit!
Ueli Reinhard, Oktober 2011